Posts mit dem Label der Katalog werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label der Katalog werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2012-05-28

Noch mehr für den "Dinge, die ich bin"-Katalog.

(Wirklich nicht. Ich und Temperament? Ich bin doch so ruhig, so rational, so zurückhaltend. Ich hab mir meine eigentlich laute Art einfach weggelogen, wahrscheinlich weil ich sie schlecht bewertete. Laut sein. Laut sein ist eine Form von Schwäche und als Frau hat man erst Recht nicht laut zu sein. Nicht, dass ich diese Gedanken je laut formuliert hätte, aber ganz unbewusst schwang vielleicht genau das mit. Inzwischen lerne ich und weiß es besser, aber diese Feststellung von außen überrascht mich immer noch.) 


Ich kann viel und stark fühlen und trotzdem auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Ich ENTSCHEIDE mich, viel zu fühlen. Ich entscheide mich, jetzt rumzuheulen anstatt stark zu sein.
(Voll gut. Ich mag das. Mein Herz überwältigt nicht meinen Kopf und mein Kopf macht mein Herz nicht klein. Ausgewogenheit, endlich mal. So soll das.) Ich habe ungesund viel Selbstbeherrschung, was auch wieder scheiße ist. (Keine Wertung mehr, kein "Das Eine ist besser als das Andere". Weil das dumm ist. Beides ist notwendig, beides gehört dazu. Keines soll das das andere überwältigen oder klein machen.)

Ich bin ein Mädchen und hab mich trotzdem nicht weinen lassen.
(Ja, nicht nur Jungen lernen, dass Weinen doof ist. Mädchen kriegen im Patriarchat auch Kackscheiße indoktriniert. "Du weinst, weil du schwach bist, schwach und ein Mädchen." "Na, dann wein ich halt nicht mehr und bin zwar noch ein Mädchen, aber nicht mehr so schwach.")

2011-12-28

Weil's zu Weihnachten passt, aber auch, weil ich es erst entdeckt hab: Das mit den Geschenken.

Noch eine Ergänzung zum "Dinge, die ich bin"-Katalog. Wie eigentlich alles in diesem Blog noch etwas, wonach niemand gefragt hat. Wie eigentlich alles in diesem Blog noch etwas, wo mich das mal wieder nicht kümmert. Das hier ist das Internet, hier dürfen noch ganz andere Menschen ihre noch viel qualitativ minderwertigeren – HA ICH HAB'S GESCHRIEBEN IN ALLER MIR MÖGLICHEN ARROGANZ MANNOMANN – Meinungen und Gedanken reinschreiben, da muss nicht ausgerechnet ich mich zurückhalten.


Also, das mit den Geschenken.
Etwas, das ich dieses Jahr für mich festgestellt habe: Ich bin kein Geschenkideen-Mensch und ich stelle in Zukunft auch nicht mehr den Anspruch an mich, einer zu sein oder mich zu bemühen und einer zu werden.
Kennt ihr diese Geschenkideen-Menschen? Die Leute, die dir sagen "ich hab ein Geschenk für dich, da wirst du dich freuen" und dann haben sie auch noch Recht und ja, vielleicht oder sogar wahrscheinlich ist es kein Geschenk, dass auf deinem Amazon-Wunschzettel stand, aber du denkst trotzdem "Cool! Nach sowas hatte ich ja in letzter Zeit geguckt!" und, jedenfalls, du freust dich, ehrlich, und sie hatten Recht? Meine beste Freundin ist so ein Mensch. Ihr fallen irgendwelche originellen Dinge ein und hinterher gibt es ein Geschenk, an dem ich wirklich Freude habe und das teilweise noch Jahre später Bedeutung für mich hat.


Ich bin nicht so ein Mensch. Und das hat mich bisher geärgert. Ich wollte so ein Mensch sein, eine/r, der auf Ideen kommt, eine/r, bei dem/der andere denken "der/die hat andere Menschen und ihre Wünsche so gut im Kopf, dass er/sie gute Geschenke machen kann". Ich hab gedacht, dass ich nicht so einer bin, lässt Leute denken, ich würde mir nicht Gedanken über sie machen und sie nicht gut kennen.


Aber: Dieses Jahr hab ich das anders gemacht. Dieses Jahr habe ich meine "Keine Vermutungen!"-Agenda ge…dingst, was man halt mit so ner Agenda so macht, starten vielleicht? Jedenfalls. Ich kann über einen Menschen und seine Persönlichkeit, Vorlieben, Bedürfnisse, Issues Bescheid wissen und trotzdem nicht den Inhalt seines Amazon - ach, screw Amazon, seines inneren Wunschzettels wissen. Und das ist nicht schlimm. Ich kann einfach fragen. Ich kann einfach fragen: "Was wünscht du dir? Was steht auf deinem inneren oder auch deinem Amazon-Wunschzettel? Und kann ich dir etwas davon schenken, etwas, das du dir wünscht und bislang noch nicht gekauft hast und über das du dich freuen würdest, eben weil du es dir wünscht?" Ich kann das einfach fragen und dann können Leute mir das sagen und dann muss ich mir keine Geschenkideen, die mir einfach nicht so leicht fallen wie anderen, aus den Rippen schnitzen und andere müssen nicht so tun, als würden sie sich über mein Geschenk freuen, wenn sie das nicht wirklich tun.
Und wer sich dann denkt: "Uh, Maria kann mir keine Überraschung machen, die kennt mich ja gar nicht richtig, die macht sich ja gar keine Gedanken, wer ich bin", also, für den tut's mir echt leid, der kann mir die Füße küssen und den Buckel runterrutschen, denn das stimmt nun wirklich nicht und das wird mir nicht gerecht und wer so eine Feststellung, ich würde mich nicht bemühen, an so einer blöden Sitte wie Geschenken festmacht, der kann auch gleich wegbleiben. SO ist das nämlich.


Fazit: Ich bin kein Geschenkideen-Mensch. Und wie bei vielen anderen Dingen, die ich nicht bin, ist das überhaupt nicht schlimm, denn wie bei diesen Dingen auch bin ich dafür etwas anderes, in diesem Fall ein nach-Möglichkeit-Wünsche-erfüll-Mensch. Andere Menschen können gerne Geschenkideen-Menschen sein, das ist völlig in Ordnung, wenn ihnen das liegt, aber ich bin keiner und das ist auch in Ordnung. Ich bin auch in Ordnung. So einfach ist das. Ich bin auch in Ordnung.


Bitteschön, ihr habt nicht gefragt, ich hab trotzdem erzählt und wenn jetzt jemand da sitzt und sich ärgert, auf das Lesen dieses Textes Zeit verschwendet zu haben, dann: Tata, ich habe gewonnen.


Mein innerer Idealist möchte aber noch unbedingt hinzufügen, dass er die Hoffnung hat, dass dieser Text irgendwem, der ihn liest, weiterhilft, sich selbst zu mögen und anzunehmen.


Der Umstand, dass mein innerer Idealist mich solche Sachen schreiben lässt, ist auch der Grund, warum er so tief in mir begraben ist und mehr auf die Fresse bekommt als andere meiner Anteile.


Vielen Dank für Ihre zu meinem Vergnügen strapazierte Aufmerksamkeit.

Der "Dinge, die ich bin"-Katalog. (Habe diesen Artikel seit fast einem Jahr nicht gepostet, obwohl schon ein Label dazu existiert. Hmpf.)

Hier wird der bislang imaginäre "Dinge, die ich bin"-Katalog endlich mal ein bisschen greifbarer - weil ich es mag, mir Sachen vor Augen zu halten.


Also, ich bin:


Zustandsmensch. - Weil ich mich ganz leicht hineinfinde, aber nur schwer wieder hinaus. Ich gewöhne mich an eine Sache und natürlich weiß ich rational um die Unumstößlichkeit der Veränderung. Aber rein emotional rechne ich damit, dass sich diese Sache, dieser Zustand, die Situation, nie wieder ändert. (Das führte dazu, dass ich lange Zeit vor Reisen wahnsinnig angespannt war - als würde ich nie wieder zurück kommen. Inzwischen geht es.)
Also: ich vergesse, dass Dinge, die mir Angst machen, vorbeigehen werden und irgendwann alles besser werden wird. Aber ich vergesse auch, dass Dinge, die schön sind, Spaß machen, mit denen ich mich wohl fühle, nicht für ewig bleiben. Ich muss mir das immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ich weiß nicht, ob das meine Eigenart ist oder ob das bei allen Menschen so ist - ich finde es jedenfalls etwas anstrengend. Und komisch. Sollten wir nicht wissen, dass jeder Tag eine eigene Kurzgeschichte ist? Sollte ich das nicht wissen?


Kommunikationsmensch - ich kann nicht gut mit Menschen, die nicht kommunizieren. Ja, ich überlege mir die ganze Zeit, was es mit wem macht, wenn ich was tue. Aber ich habe keine Lust, nach diesen Vermutungen und Gefühlen auch zu handeln. Und deshalb erwarte ich, dass mir gesagt wird, was Sache ist. Knobeln könnte ich, aber ich will es nicht. Weil ich das nicht für faire und gute Kommunikation halte.


Empathie oder Einfühlungsvermögen oder so ne Scheiße. - Kann ich gut, ja. Klingt scheiße und pathetisch, ist aber so. Ich kann mich super in andere hineinversetzen. Ich fange, wenn ich Filme alleine gucke, an den unsinnigsten Stellen an zu weinen (haha, was für ein originelles Beispiel, passt aber trotzdem, lass ich so, basta). Aber im realen Leben, mit realen Menschen gilt trotzdem: Ich habe - wie oben erwähnt - keine Möge zum Rätselraten. Und sowohl Empathie als auch Sympathie gehen mir flöten, wenn sie eingefordert werden.
Hinzu kommt, dass ich auch einfach wahnsinnig gehemmt bin und mir wahnsinnig nervtötend vorkomme, sobald ich auch nur minimal in die Privatsphäre, oder was ich als diese wahrzunehmen meine, anderer Menschen eindringe.


Ich bin nicht Florence Nightingale (keine Lust, rumzulaufen und Tränchen abzuwischen, möglichst bevor derjenige merkt, dass er/sie weint) und nicht Muhammad Ali (keine harten Bandagen, aber etwas weniger Angefasstheit wäre schön).


Ich bin eine eigene Person. - Samthandschuhe sind nicht meins, waren sie noch nie.

2011-12-21

Diese Scheiße mit den Bindungstypen raubt mir den letzten Nerv.

"Ich konnte die Hausaufgabe leider nicht machen, weil ich von dem zu bearbeitenden Text zu sehr weinen musste." Harrrharrrharrr.


"Je nach Interaktion zwischen Bindungsperson und Kind können verschiedene Hauptbindungsmuster entstehen. Jedes dieser Muster stellt eine an die Lebensbedingungen angepasste Verhaltensstrategie des Kindes und keine Bindungsstörung dar." Na dann.


"Das sicher gebundene Kind kann seine Gefühle zeigen (…).
Kinder, die ihre Gefühle in Stresssituationen nicht offen ausdrücken (…) werden dem unsicher-vermeidenden Bindungsmuster zugeordnet. Ihre Bindungspersonen sind häufig nicht sehr feinfühlig und stehen demnach auch nicht als sichere Basis zu Verfügung. Die Kinder entwickeln eine Vermeidungsstrategie: Sie suchen die Nähe ihrer Bindungsperson gar nicht erst, da sie von ihr keine Auflösung ihrer negativen Gefühle erwarten. Die unbewussten Arbeitsmodelle unsicher-vermeidend gebundener Kinder bilden die Bindungsperson als nicht unterstützend und sich selbst als zurückgewiesen ab. Auf diese Weise entwickeln sie ein eher negatives Selbstbild, unterdrücken ihre Gefühle und kontrollieren sich in hohem Maße selbst. Diese Kinder wirken oft besonders selbstständig und unbelastet. Jüngere Studien haben jedoch gezeigt, dass sie in den ersten Tagen in einer Einrichtung mindestens eben so stark unter Stress stehen wie sicher gebundene Kinder."


"Inneres Arbeitsmodell des Kindes beim unsicher-vermeidenden Bindungstypen:
- Andere Menschen sind unerreichbar und abweisend.
- Ich muss mich schützen.
- Wenn ich meine Bedürfnisse verleugne, werde ich nicht zurückgewiesen.
- Wenn ich mich um andere kümmere und meine eigenen Bedürfnisse verleugne, werde ich geliebt."


Pädagogische Texte lesen und in den Beschreibungen des kindlichen Verhaltens des eigenen, inzwischen 20-jährigen Ichs wiederfinden, immer wieder. Die ganzen Macken und Mechanismen, die ich für mich teilweise erst lerne, zu benennen und zu formulieren, einfach so auf Papier, als trockene Beschreibung, einfach so. Bums. Deal with it.


Ich möchte das nicht.


Vorhin dachte ich mir: "Hey, hätte ich nicht schon vor knapp nem Jahr die Therapie angefangen, hätte ich wahrscheinlich schon keine Lust mehr auf diese ganze Scheiße und die pädagogische Ausbildung einfach abgebrochen." Ha. Wahrscheinlich trotzdem nicht, aber der Unterschied wäre gravierend.


"Ja, das mit der Hausaufgabe hab ich nicht hinbekommen, ich hab's leider nur noch geschafft, meine Gefühle in einen Blogtext zu packen. Ha!"

2011-11-26

Winter, der Dalek unter den Jahreszeiten.

7.11.07
"(…) Graue Melancholie
kriecht durch die Straßen,
in sie eingehüllt eilen Menschen,
auf der Flucht.
Müdigkeit lastet wie ein trüber, schmutziger Schleier auf der Stadt. (…)"


5.12.07
"(…) so abweisend wie der Gedanke an diesen Tag, der mir jede Energie entzieht und einfach nicht zu Ende gehen will (…)"


Uh, wahnsinnig einsichtige und sprachlich wertvolle Gedichte aus meiner Teenagerzeit. Ich mach mal wieder Winterdepression, so wie jedes Jahr. "Same procedure as last year?" "Same procedure as every year, James!" (Tststs, Dummerchen.)


(ich bin so müde, so entsetzlich müde und dauererschöpft und immer am rande des "ich möchte schon wieder anfangen, wegen irgendetwas zu weinen" und das ist kein jammern, es ist nur so, dass selbst dieses sich zusammenreißen, dieses nicht wegen jedem kleinen bisschen weinen oder wütend sein, dieses zusammenreißen ist jetzt gerade an vielen tagen schon zu viel und ich finde das so anstrengend, so anstrengend. es macht alles noch anstrengender als es sowieso schon ist. kein tageslicht, nur grau verhangener himmel, von morgens bis abends, es gibt keine guten gründe, davon nicht bekloppt zu werden! ich wäre zufrieden, wenn man mich in diesen grauen monaten oder vielleicht nur wochen einfach in ruhe ließe, keine ansprüche forderungen stellte schließlich bin ich eine winterschlafperson jedes winzige waldtier lässt man winterschlaf machen nur mich nicht ich muss weiter funktionieren und schulstress bewältigen ja klar wo meine systeme naturbedingt derzeit sowieso eher runterfahren könnte ich mich ruhig ein bisschen mehr in der schule engagieren gerne doch ihr trockenfotzen alle ich hab keine lust mehr so genervt zu sein ich hab keine lust mehr menschen ständig anwüten zu wollen (was ich letztlich eh nie mache) und so  un end lich  genervt zu sein und sobald ich unter fremden menschen bin sitze ich irgendwann da und will nur noch jedem ein "ich hasse dich" ins gesicht kotzen   ich will das nicht. ich mag nicht mehr. hätte ich licht und weniger stress, es ginge mir bedeutend besser. stattdessen sitz ich da und weiß mir nicht zu helfen, alles, was ich machen kann, ist mein ständiges weinen zu akzeptieren und viel tee zu trinken und nicht so viel schokolade zu essen und räucherstäbchenkram anzuzünden und mich abzulenken und jeden tag abzustreichen, eine liste bis zu den weihnachtsferien und silvester, danach dann eine liste bis zum frühlingsanfang und vielleicht wird ja überhaupt alles besser wenn der erste schnee fällt und allein dadurch wieder mehr helligkeit da ist. vielleicht wird dann ja alles besser. vielleicht möchte ich aber auch lieber ein bär sein und in meiner höhle in ruhe gelassen werden.)


6.12.07
"In diesem Zustand der Erschöpfung bringt mich alles, was anstrengender ist als Atmen, fast an die Grenzen meiner Kräfte. (…) es ist auch dieser Unwille, weiterzumachen, weiter zu atmen (…). Warum muss ich funktionieren, auch wenn alles in mir kracht und stottert?"

2011-11-15

Angst

Und Angst ist doch ganz normal. Und auch berechtigt.
Wir haben so viel zu verlieren.
Wir haben nicht x Leben, wie in irgendeinem Videospiel - wir haben eines.
Und wir haben auch nicht x Chancen, etwas endlich richtig hinzubekommen, wie bei "Täglich grüßt das Murmeltier" - wir habe selten mehr als eine oder zwei.


Ich habe viele Ängste, und ich mag das nicht. Aber eigentlich ist die Lösung ja nie, sich drüber zu ärgern. Die Lösung hat immer was mit akzeptieren zu tun. Und das sollte ich tun. Akzeptieren, dass ich Ängste hab, so wie alle anderen auch, und dass sie mir, anders als bei anderen, viel stärker bewusst sind. Das heißt ja nicht, dass ich mich von ihnen bestimmen lasse.


Wir haben alles Recht der Welt, verdammt viel Angst zu haben, wir dürfen uns davon nur nicht einschüchtern lassen.

2011-11-10

Feststellungen.

"Das Tränenemoticon war jetzt leider nicht ironisch." - Story of my life.


Dinge, die man so feststellt.


Ja, ich heule ständig. Und oft finde ich das (inzwischen) gar nicht (mehr) so schlimm, aber ich mag es (immer noch) nicht, wenn ich weine, ohne einen Grund zu haben.


Heute sprach ich mit meinem Therapeuten über das Weinen und er sagte, dass Weinen einmal Trauer sei, der einzige Weg, etwas akzeptieren zu lernen, das unwiederbringlich ist. Und außerdem ist Weinen auch Spannungsabbau. Wer weint, befriedigt ein Bedürfnis, erleichtert sich von einer Bürde. (Ja, ich musste an "Pipi in den Augen" und andere körperliche Bedürfnisse denken.)


Sehr schön fand ich dann: "Und je mehr man weint, desto flacher wird der Tränensee und irgendwann muss man nicht mehr so viel weinen."


Genau. Irgendwann werde ich den Wasserspiegel meines Tränensees auch gesenkt haben. Und dann muss ich auch nicht mehr weinen, weil David Tennant irgendwann nicht mehr der Doctor ist. (Ich übertreibe nicht. Das macht mich gerade echt fertig.)


Ich sitze wirklich hier und weine, weil David Tennant nicht mehr der Doctor ist und hoffe, dass ich in ein paar Jahren darüber lachen kann.

2011-09-29

Zum Twittern zu viel, zum grandios darüber schreiben zu wenig.

"Hallo, ich heiße Maria und bin genervt von mir selbst." - "Hallo Maria!"
(Auszug aus "Meine imaginäre Selbsthilfegruppe - wie alles begann")


Ich hab schon wieder achthundertölfunddrölfzig Gedanken gesponnen. Die natürlich niemals, NIEMALS irgendjemand mitbekommen wird, erst recht nicht diejenigen, die sie interessieren oder denen das Wissen darüber vielleicht sogar nützen könnte.


Es ist an der Zeit, dass ich diese ganzen ausgefeilten inneren Monologe auch mal irgendwem vortrage. Es ist seit Jahren "an der Zeit". Manchmal mach ich das ja auch schon und das ist Fortschritt und Fortschritt ist gut, aber öfter mach ich's halt nicht und das ist dann wieder nicht ganz so gut.


Ich fühle mich "weibchen". Nicht, weil ich so ein gebärfreudiges Becken oder als solche identifizierbare Brüste habe, sondern der ganzen "mimimi"-Emotionen wegen. Kotzen könnt ich.


Ein schöner Name für eine bescheuerte Sache:
"die Bridget Jones machen": (Verb) verzweifelt und/oder anderweitig emotional unausgeglichen sein, sich aufgrund dessen bewusst oder unbewusst in stereotypes Verhalten stürzen, das verzweifelten, oftmals alleinstehenden Frauen zugeschrieben wird. Beispiele für dieses Verhalten: in Selbstmitleid baden, Fressattacken, Alkoholmissbrauch, etc.pp.


Dieses beinahe Beten, dass meine Reaktion und mein Empfinden hoffentlich, bitte! normal ist und nicht eine Sache mehr, die bei mir kaputt ist.


Und dann leistet der Kopf für ein paar Augenblicke gute, alte Verstandesarbeit und ich werde ruhiger.


Und eigentlich wollte ich ja auch schlafen gehen.



2011-02-03

Bis auf weiteres bin ich wohl gehemmt. Soso.

Heute hatte ich einen Grübel-Tag; es ging mir nicht schlecht, aber auch nicht mehr so "hooray!"-gut wie vorher. Insgesamt ein normaler Aufenthalt in der gemütlichen kleinen Grübel-Grube. Und eigentlich hatte ich was nettes dazu geschrieben, aber dann habe ich es aus Versehen gelöscht und die Änderung wurde schneller gespeichert als mein Schatten und jetzt mach ich's einfach nochmal kurz. (Das meiste hab ich hier bestimmt auch schon mehr oder weniger geschrieben.)


Was ich eigentlich mit euch (ihr?) teilen will, ist ein nettes Bild, das ich in meinem Kopf habe und das es möglich macht, dass ich ein bisschen über mein inneres Chaos-Zeug lachen kann. Ganz ohne hysterisches Weinen-Lachen. Seid stolz auf mich.


Also, wichtige, nicht ganz neue Erkenntnis des heutigen Grübel-Tages:
Ich sehe mich (derzeit, als die, dich ich noch bin) zu Liebe nicht in der Lage.
Liebe hieße bei mir nicht "Mädchen trifft Junge und beide werden glücklich" (zusammen natürlich). (Müsst ihr bei diesem Satz auch an 'Notting Hill' und Julia Roberts in der Buchhandlung von Hugh Grant denken?)
"Liebe" hieße bei mir "daddy-issues-Mädchen trifft auf Projektionsfläche und beide werden unglücklich" (aber das immerhin auch zusammen).


Ja, und eigentlich finde ich das ziemlich bitter. Aber so formuliert geht's. Eigentlich schon lustig.