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2012-05-01

Maria lernt das mit dem glücklich oder zufrieden sein und es ist seltsam.


"Wenn ich traurig bin und ich nicht mehr weiß, wohin, sing ich ein Lied:
Eines Tages wird das alles anders sein. Bleib nur fröhlich, fühlst du dich auch ganz allein!"


Ein Zitat aus einem Lied aus einem Kindermusical, das nicht so wirklich cool ist, aber das hier ist nett.


Mir wird ein bisschen komisch, wenn ich mir angucke, dass ich mich zur Zeit als glücklich empfinde. Ich meine, ich weine nicht weniger als vorher, vielleicht sogar mehr und manchmal aus winzigen Gründen, der Stress in der Ausbildung steigt wieder, weil Leistung erbracht werden muss und auch sonst ist da Zeug in meinem Leben, das der allgemeinen Definition von "Glück" nicht wirklich entspricht - und trotzdem bezeichne ich mich das erste Mal als "glücklich". "Glücklich" oder auch "zufrieden", das ist die Grundstimmung, selbst wenn ich traurig bin oder wütend oder überfordert. Alles sehr seltsam.


Der ausschlaggebende Punkt ist glaube ich, dass ich mich annehme. Und mich dadurch ganz fühle, zum ersten Mal. Keine Teile mehr, die abgeurteilt werden, die auf die Fresse kriegen, wenn sie sich zu Wort melden. Nein. Ein geduldiges sich gegenseitig an die Hand nehmen. Und das ist wahrscheinlich der Grund, warum es mir gerade so gut geht, obwohl die äußeren Umstände nicht unbedingt dafür sprechen.


Wie gesagt, alles sehr seltsam.

2012-03-08

Tagged: (…) others might learn something too; so why not write this shit down (from my tumblr)





and maybe you just think that way because you can’t really imagine that someone else likes you. or that someone else likes you THAT much. as much as you tend to like people.


and even if you love more: what’s so bad about that? my therapist often reminds me of that and it sounds idealistic and stuff, but, really: why are we so not okay with feeling a lot? with feeling more? why do we even have to measure and evaluate?


yes, rejected love and stuff like that, it’s not funny. it hurts. but that doesn’t make it bad. it’s just… it is this way sometimes. life isn’t always cupcakes. and your love will find something new to focus on.


Tagged: blogstuff, personal, others might learn something too, so why not write this shit down

Wenn

Wenn ich groß bin,


werde ich es schaffen nicht mehr wehmütig an meinen Vater zu denken, wenn ich Musik höre, die er auch mag. Ich werde dann einfach kurz denken "oh, Dire Straits, eine von Papas Lieblingsbands" und das war's. Keine Tränen, nicht mal weggezwinkerte, keine Gesichtsmuskeln, die mir nicht gehorchen und rumzucken, kein eingeklemmtes Gefühl im Bauch, kein Kloß im Hals. Nur ein kurzes Zurkenntnisnehmen. Nicht abgestumpft, aber auch nicht mehr schmerzhaft.


Und bis dahin freue ich mich, dass ich immerhin schon groß genug bin, mir meine Traurigkeit ein- und zuzugestehen, ohne sie bitter wegzurempeln oder in Wut zu verwandeln. Ja, ich hab alle Lieder von Diana Krall gelöscht, ohne sie anzuhören. Ja, nur weil sie seine LIeblingssängerin ist. Und das ist völlig okay.

2012-02-02

"Ich vermisse dich (und 'dich' kann auch ruhig mal mich selbst meinen)"

Jetzt gerade möchte ich gerne, dass ich Recht hatte, als ich mich zurechtwies wegen meines vielen Vermissens oder wegen dieses "ich vermisse dich"-Satzes, der so oft in meinem Kopf ist. Kein "Sei nicht so ne Pussy, vermiss weniger!", sondern "Hey, das kann doch nicht sein, dass du immer nur die anderen vermisst! Vielleicht vermisst du ja auch einfach mal dich!"


Ich möchte gerne, dass das stimmt. Und dass ich tatsächlich gerade andere weniger vermisse, weil ich eigentlich auch mal mich vermissen kann und weil ich endlich - zumindest ansatzweise - hinkriege, was ich schon so lange will: Mir selbst genügen. Nicht für generell und immer, aber so, dass ich nicht mit anderen sein muss, damit es mir gut geht. Das möchte ich gerne. Und ich hoffe, dass es das ist und nicht nur irgendetwas, das bald wieder vorbeigeht. Denn ich mag das, dieses sich selbst genügen. Ich kann auch mal genug sein.

2012-01-16

And suddenly: "Gib dir Zeit."

Da steht man in der Gegend rum, denkt sich nichts böses, und auf einmal hockt dieser Gedanke im Kopf:


"Dann weiß ich halt jetzt noch nicht, was ich will. Dann finde ich es halt raus. Dann geb ich mir halt mal Zeit."


Dieses Gefühl, das sich-Zeit-geben-Gefühl. So… fremd. Aber so richtig. Ich habe dieses Gefühl so selten, ich sollte es in Einmachgläser und Flaschen und andere fest verschließbare Gefäße geben. Um es nicht zu vergessen. Um hin und wieder ein bisschen daran zu riechen, zu kosten, zu fühlen und daran zu denken, dass es mir gut tut, dieses Gefühl, dass es mir gut tut und ich mich es öfter haben lassen sollte, weil ich Dinge für mich wollen sollte - und will! -, die mir gut tun. Imperativ an die erste Person Singular. Gib dir Zeit.


Sich Zeit geben ist sich entlasten, ist sich gut tun, ist sich lieben. Und genau so fühlt sich das an. Fremd - und das ist schade und macht mich traurig. Aber richtig. Richtig richtig. Und gut. Ich gebe mir diese Entlastung, ich gebe mir Zeit und mein inneres Kind, das ich sonst so viel misshandle und anschreie und einschränke und dem ich viel zu oft vor Augen halte, wie unfähig es ist, atmet tief durch. Und ich auch.


Da kann man dann auch schon mal im Bus weinen.

2012-01-06

Einen einzigen Vorsatz.



Ich hab einen einzigen Vorsatz für 2012: zu meinen Bedürfnissen zu stehen.


Sie werden mir ja schon etwas deutlicher, Stück für Stück, ich muss nur noch lernen, zu ihnen zu stehen, auch vor anderen, und das, obwohl ich doch jedes Mal die Angst habe, dass die anderen das nicht können, dass ich verlassen werde, weil ich zu viel fordere und die anderen das nicht geben können. Aber: ich muss furchtlos werden. Mutig. Alles andere bringt mir nichts. Wenn ich meine Bedürfnisse nicht sehe, sieht sie niemand. Und wenn ich sie nicht äußere, hört sie niemand. Und wenn ich nicht zu ihnen stehe - das kann niemand anderes für mich erledigen. Wenn ich nicht an mich und das, was ich brauche, denke, tut es niemand.


Warum dauert es eigentlich so verdammt lange, so eine zum Kotzen simple Wahrheit zu verinnerlichen. Warum dauert es so nervtötend lange, auch diese Angst klein werden zu lassen und sie irgendwann hinter mir zu lassen.

2012-01-04

Die kleinen Dinge.

Heute war nett.


Ich bin mit einem Taxifahrer gefahren, der eine tiefe, samtsamtsamtweiche Stimme hatte und ein bisschen nach McDonalds roch und keinen Smalltalk machte, was ich immer super finde. Und als im Radio dann plötzlich "Eternal Flame" von den Bangles lief, konnte ich natürlich nicht mitsingen, das wäre ja peinlich, aber ich hab innerlich das breiteste Grinsen des Tages gehabt.


Mama fand, der Regenschirm mit dem gebogenen Griff, den ich mithatte, sei niedlich und wir redeten darüber, dass ich einen Mary Poppins-Regenschirm haben sollte, vielleicht mit einem Entengriff. (Ich ziehe das jetzt wirklich in Erwägung. Ein eigener Regenschirm, mit einem kleinen bisschen Persönlichkeit.) Und dann spazierten wir zum Haus meiner Familie und redeten und lachten über Dinge, über die man auch weinen könnte, worauf wir aber keine Lust haben.


Toll war auch, Mama mit irgendwelchen blöden Witzen zum lachen zu bringen, so ein richtiger Lachanfall. Und immer wenn sie dabei war, sich wieder zu beruhigen, noch einen erzählt. Bis ihr die Tränen kamen. Ausgelassenheit ist super.


Und den ganzen Tag über Freude, mal wieder Get Well Soon zu hören. Diese Geborgenheit, wenn man nach einem Zeitraum wieder zu einer Musik zurückkehrt, wie nachhause kommen.


"They want you to burn in hell
Because of your magic spell
It may seem hard but it's just fair enough
Cause Satan's your best friend" <3


Gute Tage sind gut.

2011-12-31

Ich fühl mich ja ein bisschen schlecht, weil ich im Gegensatz zu euch und überhaupt allen an 2011 nicht wirklich was auszusetzen habe.

Nein, das war gelogen. Ich fand 2011 super, es war das erste gute Jahr nach vier verfickten Scheißjahren, es geht mir erstmalig wirklich gut, ich hab das erste Mal Hoffnung und ich finde das toll.

Und bei aller Empathie, das allgegenwärtige Gemaule geht mir so auf den Zeiger. Ich fand 2011 super, steck ich das deswegen in jeden verfickten Scheißtweet, den ich jetzt vor Silvester schreibe? Nein, tu ich nicht. Kriegt euch mal ein, verflucht.

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

2011-11-15

Angst

Und Angst ist doch ganz normal. Und auch berechtigt.
Wir haben so viel zu verlieren.
Wir haben nicht x Leben, wie in irgendeinem Videospiel - wir haben eines.
Und wir haben auch nicht x Chancen, etwas endlich richtig hinzubekommen, wie bei "Täglich grüßt das Murmeltier" - wir habe selten mehr als eine oder zwei.


Ich habe viele Ängste, und ich mag das nicht. Aber eigentlich ist die Lösung ja nie, sich drüber zu ärgern. Die Lösung hat immer was mit akzeptieren zu tun. Und das sollte ich tun. Akzeptieren, dass ich Ängste hab, so wie alle anderen auch, und dass sie mir, anders als bei anderen, viel stärker bewusst sind. Das heißt ja nicht, dass ich mich von ihnen bestimmen lasse.


Wir haben alles Recht der Welt, verdammt viel Angst zu haben, wir dürfen uns davon nur nicht einschüchtern lassen.

2011-11-10

Feststellungen.

"Das Tränenemoticon war jetzt leider nicht ironisch." - Story of my life.


Dinge, die man so feststellt.


Ja, ich heule ständig. Und oft finde ich das (inzwischen) gar nicht (mehr) so schlimm, aber ich mag es (immer noch) nicht, wenn ich weine, ohne einen Grund zu haben.


Heute sprach ich mit meinem Therapeuten über das Weinen und er sagte, dass Weinen einmal Trauer sei, der einzige Weg, etwas akzeptieren zu lernen, das unwiederbringlich ist. Und außerdem ist Weinen auch Spannungsabbau. Wer weint, befriedigt ein Bedürfnis, erleichtert sich von einer Bürde. (Ja, ich musste an "Pipi in den Augen" und andere körperliche Bedürfnisse denken.)


Sehr schön fand ich dann: "Und je mehr man weint, desto flacher wird der Tränensee und irgendwann muss man nicht mehr so viel weinen."


Genau. Irgendwann werde ich den Wasserspiegel meines Tränensees auch gesenkt haben. Und dann muss ich auch nicht mehr weinen, weil David Tennant irgendwann nicht mehr der Doctor ist. (Ich übertreibe nicht. Das macht mich gerade echt fertig.)


Ich sitze wirklich hier und weine, weil David Tennant nicht mehr der Doctor ist und hoffe, dass ich in ein paar Jahren darüber lachen kann.

2011-10-22

Kind sein

Ich fühl mich wie ein Kind. Aber nicht in dem positiven Sinne, wie das sonst gemeint ist, wenn ich von meiner empfundenen Kindlichkeit spreche. Sondern im negativen Sinne, mit den negativen Sachen, die Kindsein beinhaltet. [Let's face it: Kind sein ist scheiße und die kleinen Bratzen haben alles Recht der Welt, ständig rumzuflennen. (Das hätten alte Menschen übrigens auch, aber die machen's nicht, man ist ja erwachsen. Selbst schuld.)]




Also, negatives Kindsein:
  • Ich flenne rum. Als würde das irgendwas ändern oder gar helfen.
  • Ich habe Ängste in einem Ausmaß, das keinen Spaß macht. Verlustängste. Angst vor Zurückweisung. Angst, zu nerven, was ja auch nur eine Form der Angst vor Zurückweisung ist. Und genauere Beispiele will ich nicht nennen, weil das zu tief blicken ließe und überhaupt, mich nervt das so schon alles genug.
  • Ich verstehe ständig Sachen falsch. Ich habe völlig falsche, meistens negative Bilder von Menschen oder insbesondere ihren Reaktionen und komme mir regelmäßig dumm vor, weil mich die Realität eines besseren belehrt oder, genauer gesagt, mich daran erinnert, dass ich es eigentlich schon besser weiß. Ein intuitives "das und das wird passieren" und eine gewisse Zeit später, nach reiflicher Überlegung und/oder weniger Realitätsverlust "nein Maria, das und das würde passieren und eigentlich weißt du das auch. Denk doch mal nach."   Es ist so scheiße anstrengend, wenn die eigene Intuition ständig jämmerlich versagt oder einfach nur komplett daneben liegt mit ihren Erwartungen. Und das heißt nicht, dass ich möchte, dass diese Erwartungen sich erfüllen. Nein, ich möchte einfach nur, dass meine Intuition mein Wissen über die Realität etwas stärker miteinbezieht.
  • Ich habe solche Angst zu nerven, dass ich oft genug einfach die Klappe halte. Ich halt den Mund. Und ich überlege (manchmal sogar in der Situation) ob ich wollen würde, dass der andere die Klappe hielte, wenn er in meiner Situation wäre (meistens nicht). Aber das muss ja nichts heißen, ich halte trotzdem die Klappe.
  • Ich fühle mich unselbstständig und klein und ohnmächtig und DAS ist ja das beschissenste überhaupt am Kindsein. Und ich werde wütend, mir gegenüber, und kann mich nicht beruhigen und dann komme ich mir regelmäßig auch eher wie zwei vor als wie 20 Jahre alt.

Jetzt hab ich keine Lust mehr.
Reicht auch.


Hier, übrigens. Eigentlich bin ich gerade glücklich. Aber die Sachen, die nicht funktionieren, gehen davon nicht weg. Und das ist immer noch anstrengend.


Okay. Vorhaben, zu reden, steht. Seht ihr? Ja, ich werde reden. Versprochen. Mir.

2011-10-14

Wenn ein Löffelchen voll Zucker…

Heute (eigentlich gestern, weil es schon nach null Uhr ist) hatte ich ein Frühstück mit meiner Klasse. Die Organisation vorher war teilweise etwas anstrengend, der gestrige Abend für mich auch, dementsprechend hatte ich morgens dann unbändige Lust, mich mit einer großen Anzahl Menschen zu treffen, statt gemütlich im meinem Bett liegen zu bleiben.


Jedenfalls. Soviel zur Ausgangsposition.


Irgendwann im Laufe des Frühstücks sagte irgendjemand etwas von "ein Löffel Zucker", muss was mit Kaffee zu tun gehabt haben, bei mir nistete sich daraufhin ein kleiner Ohrwurm aus dem Film "Mary Poppins" ein:


"Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt, 
Medizin versüßt, Medizin versüßt, 
Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt, 
schmeckt [eigentlich "rutscht", aber ich sang es bisher mit "schmeckt"] sie gleich nochmal so gut."


Und der kam jedes Mal wieder, wenn jemand "Zucker" sagte, was mich dazu veranlasste, jedes Mal diese paar Zeilen zu singen.


Es gibt Menschen, die das wahninnig nerven würde. Aber: Die Menschen dort nervte es nicht. Und das ist eigentlich der einzige Grund, warum ich einen Blogpost über diese Begebenheit schreibe: Weil es Menschen wie M. (der eigentlich schlecht gelaunt war) und T. (der schwer erkältet war) gibt, die von meinem Gesinge, einer meiner üblichen Macken, nicht genervt waren, sondern sich freuten und sogar noch extra "Zucker" sagten, damit ich singe.


Sowas ist klein und eindeutig unbedeutend, ich weiß. Aber es passiert und das ist so nett. Das sind "Löffelchen voll Zucker".

2011-09-15

Neue Geschichten von meinem unterirdischen Humorniveau und mir.

Mir ist heute etwas lustiges/ nettes/ wasauchimmer passiert.


Ein kleines bisschen Vorwissen: Ich bin habe eine Ausbildung zur Erzieherin angefangen, gehe also auf eine Fachschule. Und die ist in Bremen, wo derzeit Schüler auf die Straßen gehen, um gegen die Stundenkürzungen zu demonstrieren, die eines der vielen Übel sind, die mit den (vor allem finanziellen) Kürzungen im Bildungsbereich zusammenhängen. Soviel dazu.


Heute erzählte uns in der Schule ein Lehrer, wie man ja im Musikfachbereich gerade mal Geld habe, um neue Gitarrensaiten zu kaufen, aber nicht für neue Lehrmittel.
Ich hörte zu und sagte, mehr zu mir selbst: "Sad Story!" Woraufhin K., die neben mir saß, mich gespielt-empört wegen dieser - ihrer Auffassung nach - ironisch gemeinten Äußerung zurecht wies. Ich antwortete, mit einem für mich typisch unterirdischen Humorniveau: "Das war nicht ironisch! Ich mache zwar Witze über den Holocaust, aber doch nicht über die Bildungsmisere!"
[Anmerkung: Ja, Bildungsmisere ist der falsche Begriff, ich meinte eigentlich die prekäre Situation der Bildung, was die Finanzen angeht. Asche auf mein Haupt.]
Jedenfalls, darüber freute sich dann T., der zwei Plätze weiter saß: "Mensch Maria, was du wieder raushaust!"


Und dann wurde noch sehr über meine gestikulative Darstellung einer Hirnimplosion durch unterdrücktes Niesen, die irgendwie einem Selbstmord mit Schrotflinte glich, gelacht. Menschen, die über Kopfkinobilder mit "an der Schädelinnenseite herunterlaufendem Gehirn" o.ä. mitlachen, sind so wertvoll.


Das ist nett. Gemocht werden als der bescheuerte Mensch der man ist für eben diese Bescheuertheit ist so wahnsinnig nett.


(Ich weiß nicht, was ich vorher ohne das gemacht habe, weil ich dieses Gefühl eigentlich erst vor zwei bis drei Jahren bewusst wahrnahm. Und vorher war ich wahrscheinlich wirklich nicht mal halb so bekloppt wie ich sein wollte. Und wär ich es gewesen, hätte ein großer Teil der Leute, die mir damals wichtig waren, sich Sorgen gemacht. Was mich wiederum traurig gemacht hätte/ vielleicht sogar hat, weil dann ja eben diese Annahme der eigenen Bescheuertheiten durch andere fehlt.)


Blablabla.

2011-09-11

Ein kleines Ziel.

Nur um's mal irgendwo festgehalten zu haben, hier ein kleines Ziel:


Bei all den schönen Bildern, die man überall so sieht, auf tumblr und auch sonst, nicht mehr denken "Das werde ich nie können". Sondern ausprobieren. Und wenn's Tusche ist. Egal. Ausprobieren. Und was dann dabei rauskommt ist mit Sicherheit keine Kopie des Originals und vielleicht nicht mal gut, aber es ist meins. Meins. Meine Version.


Kreativität beginnt damit, dass man sie überhaupt erstmal auslebt. Dass man losgeht und macht, ganz egal, ob es gut wird oder ist oder nicht. Und weitermacht, auch wenn's schlecht ist. Kreativität ist auch, sich nicht drum zu scheren, ob mir jemand für mein Geschaffenes Komplimente macht oder Geld zahlt oder nicht. Deshalb ist Kreativität ja auch frei und deshalb ist es so wichtig, dass sie frei ist. Weil das Urteil der anderen nicht ausschlaggebend ist.


Liebe Menschen da draußen, die eigentlich in ihrem Kopf kreative Ideen haben, sich aber nicht trauen, sie auszuleben, aus Angst, irgendwelchen Ansprüchen (vor allem den eigenen) nicht zu genügen:


Traut euch. Geht los. Macht. Auch die größten Künstler haben mal klein angefangen. Und: es muss ja nicht gut sein. Hauptsache, es auszuleben macht dich glücklich.


don't give up, the beginning is always the hardest.

2011-08-23

Liebes inneres Kind.

Man sollte mir einen Zettel an den arm tackern: "Sei nett zu dir! SEI NETT!"
Wie schnell ich das vergesse. Wie oft ich das nicht bin. Ich scheitere, bin dann scheiße zu mir und mache es damit noch schmerzhafter.
Und dann sitze ich da und weiß um Himmels willen nicht, warum es mir so dreckig geht und nach Stunden fällt es mir ein: Ach ja.
Ach ja, Maria. Wie würde es einem Kind gehen, wenn du es für sein Scheitern fertig machst? Und was machst du mit dir? Und wie geht es dir?


Und während ich im Schneckentempo zu derartigen Erkenntnissen komme, sitzt mein inneres Kind in der Ecke und weint sich die Augen aus.
Liebes inneres Kind, ich bin so gemein zu dir und tue dir weh und es tut mir entsetzlich leid. Bitte vergib mir.




(Ich bekomme Termine nicht auf die Reihe, erledige nicht, was ich erledigen wollte/sollte, tätige Anrufe nicht, wenn ich sie tätigen sollte. Und ich stehe da und scheitere und gucke mir dabei zu und schimpfe. Der starke, erwachsene Teil schimpft entsetzlich mit dem schwachen Teil von mir. Dem Kind-Teil. Ich schimpfe entsetzlich mit mir, bin wahnsinnig wütend und enttäuscht. Von mir. Ich schimpfe und tobe und haue meinen Kopf und fühle mich völlig im Recht, ich habe das verdient, ich baue nur Scheiße.


Aber schließlich dann fällt mir auf, wie falsch das ist. Ich muss die Perspektive wechseln, ich muss projizieren, um es zu merken, aber es fällt mir auf. Inzwischen. Endlich.


Und dann fühle ich mich schuldig. Der starke Teil merkt, wie falsch das ist und fühlt sich schrecklich. Dieses Gefühl wird stärker bewusst, mit jedem Mal.


Was ich hinbekommen muss, ist nicht, mich auf die Seite des schwachen Teils zu stellen und den starken Teil auszuschimpfen. Denn dann wäre ich ja wieder gegen mich. Nein, ich muss den starken Teil dazu bringen, dem schwachen Teil zu helfen. Sie sollen nicht gegeneinander, sondern miteinander sein. Ich will nicht gegen mich selbst sein. Also bringe ich die beiden unter einen Hut, so gut es geht. Und es klappt zunehmend besser, glaube ich sagen zu können.)


Hallo Maria, denk dran: Ein Scheitern ist selten bis nie der Weltuntergang.

2011-06-25

Noch so ein Blogpost, den ich meinem Vater vielleicht einfach als Mail schicken sollte.

Mein Vater mochte Electric Lights Orchestra, weshalb wir es auf Kassette (!) im Auto hatten und viel hörten. Und gerade wird mir klar, dass ich Electric Light Orchestra mit meinem Vater verbinde und das überhaupt nicht weh tut oder negativ ist. Das ist nett. Diese Dinge zu finden, die nicht weh tun.
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Du singst "everybody's gotta learn sometimes" und dann denkst du an deinen Vater und findest "nein, nicht unbedingt. Vielleicht." Redete neulich mit Schwester Nr.1 über Vater und sie erzählte, dass sie sich noch erinnern kann, wie ich mich früher schon darauf freute, … … mich als Erwachsene immer noch gut mit meinem Vater zu verstehen und eine tolle Vater-Tochter-Beziehung zu haben. Und ich weiß auch noch, wie ich mich darauf freute, mit meinen Kindern dann ihren Opa zu besuchen. Und ich hoffte, dass er nicht vorher an … Lungenkrebs sterben würde. Jetzt denke ich, dass meine Kinder ihren Opa nur kennenlernen werden, damit ich kein zu schlechtes Gewissen habe.
Irgendwann rufe ich ihn an und erzähle ihm, was für ein blöder Versager er ist. Was für ein Idiot. Irgendwann kann ich das.
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Erst die positiven Gedanken.

Es ist nett, wenn mich etwas an meinen Vater erinnert, ohne das "dieser verdammte Idiot" und diese ganze Wut gleich wieder hochkommt. Gerade bei Sachen aus meiner frühen Kindheit geht das. Musik, die wir begeistert gehört haben. Witze, Geschichten, Späße. Dass sein Bart gekratzt hat beim Kuscheln. Ich kann zurückblicken und weiß, dass er auch damals nicht unbedingt ein guter Vater war, wahrscheinlich eigentlich keine Ahnung hatte, was er tut. Bestimmt ist er auch damals schon Auto gefahren, obwohl er viel zu müde war und ständig kurz vorm Einschlafen war. Und er hat auch damals schon nur das gemacht, wozu er Lust hatte. Aber zu diesen Gedanken kommen keine negativen Gefühle, keine Wut. Hauptsächlich ist da mein kindliches "Papa ist lustig! Und toll!"

Und dann kommt das, wo ich älter war. Und sein Bild anfängt zu bröckeln. So etwas wie "irgendwann werd ich erwachsen sein und mich auch als Erwachsene toll mit meinem Vater verstehen und das wird schön sein" - da müsste ich 8 Jahre, vielleicht etwas jünger, vielleicht etwas älter gewesen sein. Mit 13 Jahren fing dann ja schon das ganze Verstehen und Wissen an. Dass Mama es als Fehler betrachtete, ihn geheiratet zu haben. Dass es die Ehe meiner Eltern noch beschissener war, als ich es ohnehin schon mitgekriegt hatte, und dass das zu großen Teilen sein Verdienst war. Und bei diesen Erinnerungen kommt dann die Wut. Weil die damals auch schon da war und meine heutige Wut der Wut von damals nur die Hand reichen muss. Und dann ist "Papa" auf einmal nicht mehr lustig und toll. Dann bin ich wütend. Weil er beim Gute-Nacht-Geschichten erzählen einschlief. Weil er lieber am Computer saß, als mit uns einen Film zu gucken, zum Beispiel. Weil er es allen Ernstes wagte, uns zu sagen, wir sollten unser Zimmer aufräumen (Schwester Nr.1 irgendwann: "Räum du doch erstmal deins auf.") oder uns nicht so von der Familie abkapseln ("Maria, iss doch auch mal mit uns Abendbrot." "Mal? Du bist doch derjenige, der nie dabei ist, wenn wir essen!"). Weil er nicht diskutieren konnte und seine Meinung immer der Weisheit letzter Schluss war. Weil er unsensibel war. Weil er Musik kritisierte, die ich gerne hörte. Weil er sich über meine Meerschweinchen lustig machte. Weil er hin und wieder glaubte, er hätte Autorität - Himmel, wie das nervte. Weil wir bei nächtlichen Autobahnfahrten neben ihm saßen und seine Augen überwachten und aufpassten, dass er nicht zu langsam blinzelte beziehungsweise sogar einschlief. Weil ihm meine Sorge wegen seines Rauchens egal war, als ich 6 Jahre alt war, als ich 11 Jahre alt war und weinte ("Maria hat geheult wie ein Schlosshund!"), und als er Diabetes bekam, was in Kombination mit Nikotinkonsum eine großartige Chance auf einen Schlaganfall ergibt.

Hallo "Papa".

Ich möchte so gerne, dass du aus deiner kranken Welt rauskommst. Und gesund wirst, und erkennst, was du verändern musst, damit du der werden und sein kannst, der du schon längst sein solltest. Und ich hoffe das, weil ich mir für dich wünsche, dass du mit deinem Leben klar kommst und glücklicher wirst, als du es jetzt bist und weil ich gerne hätte, dass wir zumindest miteinander klarkommen können, wenn du mir auch nicht mehr der Vater sein kannst, der du mir hättest sein sollen.

Und ich hoffe, dass du endlich verstehst, damit du siehst, wie sehr du verkackt hast. Damit du fühlst, wie scheiße es mir ging und geht und auch immer wieder gehen wird. Ich hoffe, dass dir die Erkenntnis deines Versagens so weh tut, dass du halb wahnsinnig wirst, so wie ich, wenn ich meinen Kopf gegen den Boden schlage, weil das das einzige ist, was ein kleines Gefühl von Erleichterung schafft und weil ich mich für Sekundenbruchteile ganz und ungeteilt fühle. Ich will, dass du stundenlang weinst, weil es dir so leid tut, deinen Kindern das angetan zu haben. Und weil du endlich verstehst, dass wir gute Gründe haben, uns eine nach der anderen von dir abzuwenden, und dass du für diese Gründe gesorgt hast.

Ja, ich will, dass du verstehst, einfach nur, damit dir das alles richtig scheiße weh tun kann. Gleiches Recht für alle.

Und ja, irgendwann werde ich diese Wut gehen lassen (müssen). Aber jetzt noch nicht.

2011-04-09

Gute Dinge.

Eigentlich bin ich ja eher gegen die Menschheit.


Aber auf der Seite der Pro-Argumente steht so mancher von euch und einige Nicht-Twitter-Menschen. Und diese Pro-Argumente sind ziemlich schwerwiegend, obwohl sie zahlenmäßig eigentlich unterlegen sind.


Und das ist gut. Ich mag das, ich brauche das. Ich bin so gut darin, das große Ganze zu sehen und die kleinen Schätze darüber zu vergessen.


Twitter, und wofür Twitter steht, hilft mir dabei mich daran zu erinnern, dass ich eine Schatzkarte habe.


Und das ist gut. Gut denken ist gut.

2011-04-02

Es macht keinen Spaß mehr.

Hat es ja eigentlich auch noch nie, diese ganze Bewältigungsscheiße.


Es ist anstrengend. Es dauert, was für eine ungeduldige Person wie mich natürlich ganz super ist. Es geht langsam voran. An manchen Tagen tut sich gar nichts - und an anderen so viel, dass man danach erstmal Ferien bräuchte.


Ferien wären überhaupt gerade mal ziemlich super. Noch besser wäre es, die Zeit anzuhalten. Und während ihr alle ein bisschen leer in der Gegend rumsteht, mach ich mal eine Woche oder zwei Ferien. Heule mir die Augen aus, esse, schlafe, wüte, weine. Irgendwie sowas. Was ganz Effektives jedenfalls.


Manchmal bin ich so müde, dass ich tot sein will. Nicht sterben, aber tot sein. Nicht Suizidgedanken, aber Todessehnsucht. Weil das Ruhe verspricht. Wäre ich tot, müsste ich nicht mehr irgendwelche vergangenen Erlebnisse, Gefühle, Versäumnisse bewältigen. Ich hätte einfach meine Ruhe vor diesem ganzen Chaos.


Keine Sorge, ich bin ohnehin nicht egoistisch genug, um mich umzubringen.


Und ich versuche, daran zu denken:


Hallo Maria, wenn es dir heute irgendwann nicht mehr gut geht, lies das hier und denk daran, dass du heute Nacht nicht tot sein wolltest.

Ja. Genau. Denk dran, Maria. Die guten Tage gibt es immer noch.

2011-02-14

Monday Morning.

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."


Hm. Mist. Ich liebe mich gar nicht selbst. Und irgendwie war das ja zu befürchten. Aber es schockt, es ist ein bisschen wie "Sie haben eine schreckliche Krankheit":
"Irgendwas ist mit Ihnen nicht in Ordnung. Ja, so sehr nicht in Ordnung."


(Sich selbst lieben? Was ist das? Wie geht das?)


Ich liebe mich nicht selbst, mein Verstand reguliert meine Gefühle oder auch: würgt sie ab, und überhaupt stehe ich grad vor diesem ganzen Mist und bin etwas ratlos. Mit "etwas" meine ich "etwas sehr" und mit "etwas sehr" meine ich "verdammt, ich bin mir nicht mal sicher, was das alles heißen soll".


Ob "Liebe dich selbst wie deinen Nächsten" besser funktionieren soll? Ich weiß ja nicht. Liebe ich meinen Nächsten überhaupt? Ich weiß nicht!


Ich weiß nicht!


Aber hey. Keine Panik. Ich bin erst 19 und überhaupt, es geht weiter. Geht es immer.


Und mit diesem erstaunlich optimistischen (igitt!) Fazit schließe ich hier auch schon.

2010-12-30

Ich glaube, einen Blog zu machen, war eine gute Idee.

Wirklich gut. Ich schreib hier Entwürfe über Sachen, die ich schon immer mal (irgendwem, bestimmten oder allen) erzählen oder erklären wollte, die nur leider so banal sind, dass man sie im alltäglichen Gespräch nicht erwähnt.

Endlich mal ein Ventil für dieses übergroße, etwas sehr nervige Kommunikationsbedürfnis. Und wen's nicht interessiert, der liest es nicht. Aber ich konnte es wenigstens irgendwo lassen.

Feine Sache, das.