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2013-11-17

bloggen – ja nein ja nein doch nee aber nein doch nein doch.

fast ein jahr lang nicht gebloggt. das war so eigentlich nicht geplant. aber ich denke daran zu bloggen, und dann denke ich an die coolen blogs, die ich lese, die's mit sprache drauf haben, und mit dem "das private ist politisch", und dann kommt mir mein mir selbst in den kopf gucken und vieles nicht verstehen so belanglos vor. andere wissen besseres, mehr, die sollten schreiben, und ich ihnen platz lassen.

dann wiederum: nein. was ich denke ist nicht belanglos, was ich sagen will, was auch immer das ist, ist nicht belanglos, ich bin nicht belanglos. und wenn mir nach schreiben ist, wenn ich in der 140-zeichen-breiten twitter-kiste sitze und es mir eigentlich zu eng ist, na, dann soll ich halt schreiben. und dann können andere es immer noch für belanglos befinden, aber immerhin hab ich es nicht von vornherein abgetan, und das ist wichtig. ja.

ich habe nichts gegen schweigen, aber eigentlich möcht ich viel erzählen. und ich hab keine lust mehr, das als schwäche oder fehler an mir zu sehen. ist es nicht.

2012-09-18

Körperverzierungsgeschichten (hier nur der Vollständigkeit halber)




tattoo will ich ja eher nicht so schnell und kurzfristig, aber warum kein piercing? meiner momentanen stimmung zufolge frage ich nachher in der schule eine_n meiner reich verzierten mitschüler_innen/freund_innen nach einem guten piercingmenschen und lasse mir ein bis zweimal die unterlippe durchlöchern. warum auch nicht. zeitlich passend auch, die hochzeit von schwester nr.2 ist ja in 10, bzw. 11 tagen.

jedenfalls, mal schauen wie lang diese momentane stimmung anhält.


Posted on September 18, 2012

2012-08-24

sleep position: "the lonely blogger"

Das hier ist meine Heimatstadt. Dass ich sie wegen der Kleingeistigkeit ihrer Bewohner verachte, ist das eine. Aber sie wegen der darin enthaltenen Gespenster zu hassen, das ist das andere. Das ist etwas, was einen zu großen Zwiespalt zwischen der Liebe für die Heimat und den anderen, aufgrund der Erkenntnis der Realität enttäuschten, ebenfalls berechtigten Gefühle herstellt. Ich bin in dieser Stadt zum Kindergarten, in die Grundschule, aufs Gymnasium gegangen, ich hab mich hier wichtige Freunde gefunden, das hier war meine Welt. Keine Welt, in der ich mich völlig zugehörig fühlte oder in der ich bleiben wollte, aber die Welt, die ich kannte.

Ob das mit den Gespenstern erst besser wird, wenn die dazugehörigen Leute tot sind? Oder kann ich vorher schon genug Abstand finden?

Ich bin 21, ich wohne seit zwei Jahren nicht mehr zuhause, bei meiner Familie, ich war jetzt 4 Wochen wieder "zuhause", bei meiner Familie (in einem Zuhause, in das ich nicht mit eingezogen bin und in dem ich kein eigenes Zimmer habe, aber das ist okay) und ich möchte gerade noch nicht wieder zurück. "Ich möchte nicht" ist geringfügig untertrieben, ich habe verficktes Heimweh, jetzt schon, und bin doch noch nichtmal abgereist. Kann ich nicht noch hier bleiben, drauf scheißen, dass bald Ferienende ist und ich wieder woanders sein muss, und einfach nur eine große Schwester und eine älteste Tochter sein? Keine junge Erwachsene, die mit dem Erwachsenwerden manchmal noch echt zu kämpfen hat (sich davon nicht aber viel anmerken lässt, weil sich nichts anmerken lassen auch erwachsen ist).
Ich würde gerade sonstwas geben für noch etwas mehr Zeit, in der ich vergessen kann, dass ich eigentlich schon groß sein muss.

2012-03-13

Zu lang für 140 Zeichen, Teil 7635

Manche Momente sind weniger zum über die Straße gehen geeignet als andere.
Und ich meine nicht die "da kommt ein Auto"-Momente, sondern die "da kommt ein Auto, aber warum geh ich nicht trotzdem?"-Momente. Also, eigentlich ist dann nicht der Moment weniger geeignet, sondern ich.


Die ganze Wut, die ich nur in meinem Kopf behalte und nicht ausspreche. Und wo ich immer noch nicht sagen kann, ob ich das gut finde, weil ich andernfalls um mich so viel kaputt machen würde, oder schlecht, weil ich durch das drinne behalten, runterschlucken, wegschließen, gar nicht rauslassen auf keinen fall in mir so viel kaputt mache. Immer diese verfickten Mittelwege, die man erst noch finden muss, können die nicht einfach mal "hier!" schreien?


Leben macht mich müde. Leben als Mensch, mit diesem Bewusstsein, das kommt mir vor wie als blinde Maus durch ein Labyrinth in einem Pappkarton laufen: Man kommt sich blöd vor. Die ganze Zeit. Ich hab doch keine Ahnung von irgendwas! Ich werde nie genug erfahren und wissen können um so gut zurecht zu kommen, wie ich möchte. Und ja, diese Aussicht ist irgendwie deprimierend und ich hab noch nichts gefunden, was dazu ein Gegengewicht bildet.
Es ist so, wie ich das neulich zu irgendjemandem sagte: "Klar gibt es Schönes, es gibt Menschen, die mich mögen und die ich mag, aber die Momente, in denen ich lieber nicht existieren möchte, die gibt es auch und die sind trotzdem echt." Und vielleicht ist das ja gar nicht mal so schlimm? Es ist zerrissen, aber vielleicht ist das einfach nur ein Paradoxon mehr im Leben. Die sind halt da und man muss lernen, damit umzugehen. Aber man muss keine Auflösung dafür finden. Nein. Stehenlassen und akzeptieren. Oder so, verdammt nochmal.

2011-11-10

Feststellungen.

"Das Tränenemoticon war jetzt leider nicht ironisch." - Story of my life.


Dinge, die man so feststellt.


Ja, ich heule ständig. Und oft finde ich das (inzwischen) gar nicht (mehr) so schlimm, aber ich mag es (immer noch) nicht, wenn ich weine, ohne einen Grund zu haben.


Heute sprach ich mit meinem Therapeuten über das Weinen und er sagte, dass Weinen einmal Trauer sei, der einzige Weg, etwas akzeptieren zu lernen, das unwiederbringlich ist. Und außerdem ist Weinen auch Spannungsabbau. Wer weint, befriedigt ein Bedürfnis, erleichtert sich von einer Bürde. (Ja, ich musste an "Pipi in den Augen" und andere körperliche Bedürfnisse denken.)


Sehr schön fand ich dann: "Und je mehr man weint, desto flacher wird der Tränensee und irgendwann muss man nicht mehr so viel weinen."


Genau. Irgendwann werde ich den Wasserspiegel meines Tränensees auch gesenkt haben. Und dann muss ich auch nicht mehr weinen, weil David Tennant irgendwann nicht mehr der Doctor ist. (Ich übertreibe nicht. Das macht mich gerade echt fertig.)


Ich sitze wirklich hier und weine, weil David Tennant nicht mehr der Doctor ist und hoffe, dass ich in ein paar Jahren darüber lachen kann.

2011-10-14

Wenn ein Löffelchen voll Zucker…

Heute (eigentlich gestern, weil es schon nach null Uhr ist) hatte ich ein Frühstück mit meiner Klasse. Die Organisation vorher war teilweise etwas anstrengend, der gestrige Abend für mich auch, dementsprechend hatte ich morgens dann unbändige Lust, mich mit einer großen Anzahl Menschen zu treffen, statt gemütlich im meinem Bett liegen zu bleiben.


Jedenfalls. Soviel zur Ausgangsposition.


Irgendwann im Laufe des Frühstücks sagte irgendjemand etwas von "ein Löffel Zucker", muss was mit Kaffee zu tun gehabt haben, bei mir nistete sich daraufhin ein kleiner Ohrwurm aus dem Film "Mary Poppins" ein:


"Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt, 
Medizin versüßt, Medizin versüßt, 
Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt, 
schmeckt [eigentlich "rutscht", aber ich sang es bisher mit "schmeckt"] sie gleich nochmal so gut."


Und der kam jedes Mal wieder, wenn jemand "Zucker" sagte, was mich dazu veranlasste, jedes Mal diese paar Zeilen zu singen.


Es gibt Menschen, die das wahninnig nerven würde. Aber: Die Menschen dort nervte es nicht. Und das ist eigentlich der einzige Grund, warum ich einen Blogpost über diese Begebenheit schreibe: Weil es Menschen wie M. (der eigentlich schlecht gelaunt war) und T. (der schwer erkältet war) gibt, die von meinem Gesinge, einer meiner üblichen Macken, nicht genervt waren, sondern sich freuten und sogar noch extra "Zucker" sagten, damit ich singe.


Sowas ist klein und eindeutig unbedeutend, ich weiß. Aber es passiert und das ist so nett. Das sind "Löffelchen voll Zucker".

2011-09-11

Ein kleines Ziel.

Nur um's mal irgendwo festgehalten zu haben, hier ein kleines Ziel:


Bei all den schönen Bildern, die man überall so sieht, auf tumblr und auch sonst, nicht mehr denken "Das werde ich nie können". Sondern ausprobieren. Und wenn's Tusche ist. Egal. Ausprobieren. Und was dann dabei rauskommt ist mit Sicherheit keine Kopie des Originals und vielleicht nicht mal gut, aber es ist meins. Meins. Meine Version.


Kreativität beginnt damit, dass man sie überhaupt erstmal auslebt. Dass man losgeht und macht, ganz egal, ob es gut wird oder ist oder nicht. Und weitermacht, auch wenn's schlecht ist. Kreativität ist auch, sich nicht drum zu scheren, ob mir jemand für mein Geschaffenes Komplimente macht oder Geld zahlt oder nicht. Deshalb ist Kreativität ja auch frei und deshalb ist es so wichtig, dass sie frei ist. Weil das Urteil der anderen nicht ausschlaggebend ist.


Liebe Menschen da draußen, die eigentlich in ihrem Kopf kreative Ideen haben, sich aber nicht trauen, sie auszuleben, aus Angst, irgendwelchen Ansprüchen (vor allem den eigenen) nicht zu genügen:


Traut euch. Geht los. Macht. Auch die größten Künstler haben mal klein angefangen. Und: es muss ja nicht gut sein. Hauptsache, es auszuleben macht dich glücklich.


don't give up, the beginning is always the hardest.

2011-05-14

Da fehlt doch was.

Es wäre schön, wenn da mal irgendwas wäre, das mir versichert, dass es richtig ist, ein Mensch zu sein. Komische Kommasetzung, aber egal.


Es ist nicht das Gefühl, im falschen Körper zu sein. Es ist das Gefühl, in der falschen Existenz zu sein. Nicht permanent, aber oft und generell zu oft.


Zu vieles, das ich denken möchte. Zu vieles, was ich wissen möchte. Zu vieles, das ich voll und ganz erfassen, begreifen, verstehen möchte. Zu vieles, was ich nicht nur nach-, sondern mitempfinden möchte. Zu viele, deren Sichtweise ich kennen will. Könnte ich das alles, wäre ich völlig überfordert, weil meine Kapazitäten das ohnehin nicht hergäben. Aber hey, dass ich nicht dazu in der Lage wäre/bin, heißt ja nicht, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es vielleicht das Richtige wäre.


Diese ganz normalen Existenzdinge sind irgendwie nicht schwerwiegend genug.
80 Jahre Menschsein ist mir nicht genug. Aber ich möchte nicht unsterblich sein. Ich möchte nichtmenschlich sein. Ich möchte ewig sein, aber nicht in den menschlichen Begrenzungen.


Oh, ist das ein Mist. Hoffentlich lese ich das in ein paar Jahren und kann drüber lachen. Das denke ich bei vielen Dingen, die ich so von mir gebe.


(Mein christlicher Hintergrund sagt mir übrigens, dass das Sehnsuchtsding ganz normal ist und darauf zurückzuführen ist, dass... aber mein christlicher Hintergrund sagt viel und alle Tage sind lang, also soll er ruhig vor sich hinbrabbeln, wenn's ihm dann besser geht.)


Und sonst so?
Ich würde gerne neben dir sitzen und ein Buch lesen. Das sonst so.

2011-04-09

Gute Dinge.

Eigentlich bin ich ja eher gegen die Menschheit.


Aber auf der Seite der Pro-Argumente steht so mancher von euch und einige Nicht-Twitter-Menschen. Und diese Pro-Argumente sind ziemlich schwerwiegend, obwohl sie zahlenmäßig eigentlich unterlegen sind.


Und das ist gut. Ich mag das, ich brauche das. Ich bin so gut darin, das große Ganze zu sehen und die kleinen Schätze darüber zu vergessen.


Twitter, und wofür Twitter steht, hilft mir dabei mich daran zu erinnern, dass ich eine Schatzkarte habe.


Und das ist gut. Gut denken ist gut.

2010-12-30

Ich glaube, einen Blog zu machen, war eine gute Idee.

Wirklich gut. Ich schreib hier Entwürfe über Sachen, die ich schon immer mal (irgendwem, bestimmten oder allen) erzählen oder erklären wollte, die nur leider so banal sind, dass man sie im alltäglichen Gespräch nicht erwähnt.

Endlich mal ein Ventil für dieses übergroße, etwas sehr nervige Kommunikationsbedürfnis. Und wen's nicht interessiert, der liest es nicht. Aber ich konnte es wenigstens irgendwo lassen.

Feine Sache, das.

2010-12-01

Kann mir irgendwer erklären, wie man einen Blog anfängt?

Ist ein bisschen wie in der Schule. Du sitzt da, sollst schreiben, willst ja eigentlich auch schreiben - aber da tut sich einfach nichts. Erektile Dysfunktion (ja, ich will diesen Begriff hier unbedingt reinprügeln) im Schriftlichen. Im Gegensatz zu dir ist die weiße Fläche, Papier oder Textfeld, völlig entspannt; erwartungsvoll seid ihr beide, was da letztlich bei rauskommen wird. (Das weiße Papier ist schon oft als "vorwurfsvoll" bezeichnet worden, aber warum so negativ?)

Blabla. Jetzt wollte ich eigentlich einen Blog anfangen und bewege mich erstmal schon ausschließlich in irgendwelchen Meta-Geschichten. Super.

Ein bisschen Struktur fänd ich jetzt nicht schlecht. Auch das hat man ja in der Schule gelernt: Zu Anfang des Vortrages kurz die Struktur klarmachen!

Also, meine Struktur in diesem Fall:
  1. Wer?
  2. Was?
  3. Und warum bitte?
Wer? Ich. IchIchIchIchIch. Maria, 19 Jahre, älteste von fünf Mädchen, seit 2008 Scheidungskind, jetzt gerade FSJ an einer Grundschule in Bremen und danach irgendwann bestimmt Lehramtstudentin, aber so weit will ich noch nicht gucken. Eher introvertiert, was ein bisschen konträr zum enormen Mitteilungsbedürfnis ist; daddy issues en masse; überhaupt vieles im Kopf, was da nervt und stört. You see: As everyone on the internet, I'm a really complex and very individual person.

Was? Irgendwas. Was da so aus dem Kopf rausgekrochen kommt. Geschichten vielleicht ab und an mal. Sachen aus dem Leben. Gedankengekrams. Komische Dinge, die ich schon immer mal irgendwem erzählen wollte.
Und, eine Sache, auf die ich mich auch schon sehr freue: Tweets. Irgendwann neulich guckte ich mir meine getwitterten Sachen an und dachte: Manches davon ist echt gut, schade, dass ich dazu nicht mehr sagen kann. Aber: kann ich ja! Mach ich halt einfach nen Blog, nur um das, was ich vorher fein säuberlich auf 140 Zeichen gesundgeschrumpft habe, nochmal lang und breit zu erzählen, die Geschichten und die Gefühle dazu irgendwem auszubreiten, den das eigentlich nichts angeht und den das vielleicht auch nicht interessiert. (Was mich dann wiederum nicht interessiert. Niemand muss bleiben, alle können gehen, Frauen und Kinder zuerst, direkt nach den Ratten. Der Kapitän geht mit seinem Schiff unter.)

Und warum bitte? Ja. Warum will ich jetzt eigentlich einen Blog anfangen? Wollt ich schon mal irgendwann. Und als Kind wollte ich lange Zeit unbedingt Autorin werden.
Wie jeder Mensch glaube ich, etwas zu sagen zu haben. Manche von uns haben damit Recht, manche (oder viele?) nicht. Ich werde nicht versuchen, herauszubekommen, welcher dieser Gruppen ich angehöre. Ich sag jetzt einfach was. Auch wenn ich ganz kritisch-objektiv diese vielen inneren Gründe dafür sehe. Ist egal. Es muss auch mal einfach losgehen und hiermit gehe ich jetzt los.


Reicht das jetzt?