2012-02-05

"ich will nachhause, nachhause, zu mir": Weil ich, wenn ich mir Zuhause sein kann, keine Orte mehr brauche.




“ich will nachhause, nachhause, zu mir”
das möcht ich auch gern. ich wäre gerne mal wieder ich selbst, ganz bei mir. ich fühl mich gerade ziemlich weit weg von mir.

Tumblete das im November schonmal. Damals, weil ich so gestresst und beschäftigt und sonstiges war, dass ich nicht mehr zu mir zurück kam. Immer angespannt, viel auf dem Sprung. Wenn das über eine längere Zeit so geht, macht mir das sehr zu schaffen.


Und jetzt ist es schon wieder so. Aus anderen Gründen und es ist auch ein bisschen anders, irgendwie. Ich kann nicht genau sagen, wie, aber ich fühle mich weit weg von mir und irgendwie blockiert und trügerisch ruhig. Ich könnte denken "hm, vielleicht bist du endlich mal mit dem Ärgsten durch", aber das fühlt sich so falsch an. Und ich hätte gerne, dass sie weg geht, diese trügerische, träge Ruhe, weil sie mir Angst macht. Und wenn das heißt, zu meinem alten Auf und Ab zurückzukehren, dann ja, bitte, das kenne ich wenigstens, besser als diese komische Nulllinie.


Aber ich weiß nicht richtig, was ich tun soll.

2012-02-02

"Ich vermisse dich (und 'dich' kann auch ruhig mal mich selbst meinen)"

Jetzt gerade möchte ich gerne, dass ich Recht hatte, als ich mich zurechtwies wegen meines vielen Vermissens oder wegen dieses "ich vermisse dich"-Satzes, der so oft in meinem Kopf ist. Kein "Sei nicht so ne Pussy, vermiss weniger!", sondern "Hey, das kann doch nicht sein, dass du immer nur die anderen vermisst! Vielleicht vermisst du ja auch einfach mal dich!"


Ich möchte gerne, dass das stimmt. Und dass ich tatsächlich gerade andere weniger vermisse, weil ich eigentlich auch mal mich vermissen kann und weil ich endlich - zumindest ansatzweise - hinkriege, was ich schon so lange will: Mir selbst genügen. Nicht für generell und immer, aber so, dass ich nicht mit anderen sein muss, damit es mir gut geht. Das möchte ich gerne. Und ich hoffe, dass es das ist und nicht nur irgendetwas, das bald wieder vorbeigeht. Denn ich mag das, dieses sich selbst genügen. Ich kann auch mal genug sein.

Dass ich derzeit nicht wirklich weine, muss ja nicht heißen, dass ich auch nicht blogge! Jaha!

Es ist so völlig ungewohnt und ein bisschen verwirrend, aber ich fühle mich so… ruhig momentan. Noch nicht ganz angekommen, aber mehr "mit mir" als sonst. Ich bin netter zu mir, konstruktiver, gnädiger. Ich bin auch beschäftigter und komme deshalb vielleicht nicht so stark zum Grübeln und Grämen, aber irgendwas ist auch gerade mehr in Ordnung als sonst und bisher.


Völlig verrückt. So ungewohnt, dass es mich irritiert und misstrauisch macht und ich mir eigentlich nicht abnehme, dass es mir gerade wirklich gerade so geht. Ich mich so indifferent fühle, und unaufgeregt. "Das muss doch Verdrängung sein! Und wenn du genauer nachhakst, fühlst du nicht nur weniger, sondern gar nichts! Nulllinie, Exitus! Du machst dich innerlich tot!"


Das wäre allerdings verdammt schade.

2012-01-16

And suddenly: "Gib dir Zeit."

Da steht man in der Gegend rum, denkt sich nichts böses, und auf einmal hockt dieser Gedanke im Kopf:


"Dann weiß ich halt jetzt noch nicht, was ich will. Dann finde ich es halt raus. Dann geb ich mir halt mal Zeit."


Dieses Gefühl, das sich-Zeit-geben-Gefühl. So… fremd. Aber so richtig. Ich habe dieses Gefühl so selten, ich sollte es in Einmachgläser und Flaschen und andere fest verschließbare Gefäße geben. Um es nicht zu vergessen. Um hin und wieder ein bisschen daran zu riechen, zu kosten, zu fühlen und daran zu denken, dass es mir gut tut, dieses Gefühl, dass es mir gut tut und ich mich es öfter haben lassen sollte, weil ich Dinge für mich wollen sollte - und will! -, die mir gut tun. Imperativ an die erste Person Singular. Gib dir Zeit.


Sich Zeit geben ist sich entlasten, ist sich gut tun, ist sich lieben. Und genau so fühlt sich das an. Fremd - und das ist schade und macht mich traurig. Aber richtig. Richtig richtig. Und gut. Ich gebe mir diese Entlastung, ich gebe mir Zeit und mein inneres Kind, das ich sonst so viel misshandle und anschreie und einschränke und dem ich viel zu oft vor Augen halte, wie unfähig es ist, atmet tief durch. Und ich auch.


Da kann man dann auch schon mal im Bus weinen.

2012-01-06

Einen einzigen Vorsatz.



Ich hab einen einzigen Vorsatz für 2012: zu meinen Bedürfnissen zu stehen.


Sie werden mir ja schon etwas deutlicher, Stück für Stück, ich muss nur noch lernen, zu ihnen zu stehen, auch vor anderen, und das, obwohl ich doch jedes Mal die Angst habe, dass die anderen das nicht können, dass ich verlassen werde, weil ich zu viel fordere und die anderen das nicht geben können. Aber: ich muss furchtlos werden. Mutig. Alles andere bringt mir nichts. Wenn ich meine Bedürfnisse nicht sehe, sieht sie niemand. Und wenn ich sie nicht äußere, hört sie niemand. Und wenn ich nicht zu ihnen stehe - das kann niemand anderes für mich erledigen. Wenn ich nicht an mich und das, was ich brauche, denke, tut es niemand.


Warum dauert es eigentlich so verdammt lange, so eine zum Kotzen simple Wahrheit zu verinnerlichen. Warum dauert es so nervtötend lange, auch diese Angst klein werden zu lassen und sie irgendwann hinter mir zu lassen.