2012-03-13

Zu lang für 140 Zeichen, Teil 7635

Manche Momente sind weniger zum über die Straße gehen geeignet als andere.
Und ich meine nicht die "da kommt ein Auto"-Momente, sondern die "da kommt ein Auto, aber warum geh ich nicht trotzdem?"-Momente. Also, eigentlich ist dann nicht der Moment weniger geeignet, sondern ich.


Die ganze Wut, die ich nur in meinem Kopf behalte und nicht ausspreche. Und wo ich immer noch nicht sagen kann, ob ich das gut finde, weil ich andernfalls um mich so viel kaputt machen würde, oder schlecht, weil ich durch das drinne behalten, runterschlucken, wegschließen, gar nicht rauslassen auf keinen fall in mir so viel kaputt mache. Immer diese verfickten Mittelwege, die man erst noch finden muss, können die nicht einfach mal "hier!" schreien?


Leben macht mich müde. Leben als Mensch, mit diesem Bewusstsein, das kommt mir vor wie als blinde Maus durch ein Labyrinth in einem Pappkarton laufen: Man kommt sich blöd vor. Die ganze Zeit. Ich hab doch keine Ahnung von irgendwas! Ich werde nie genug erfahren und wissen können um so gut zurecht zu kommen, wie ich möchte. Und ja, diese Aussicht ist irgendwie deprimierend und ich hab noch nichts gefunden, was dazu ein Gegengewicht bildet.
Es ist so, wie ich das neulich zu irgendjemandem sagte: "Klar gibt es Schönes, es gibt Menschen, die mich mögen und die ich mag, aber die Momente, in denen ich lieber nicht existieren möchte, die gibt es auch und die sind trotzdem echt." Und vielleicht ist das ja gar nicht mal so schlimm? Es ist zerrissen, aber vielleicht ist das einfach nur ein Paradoxon mehr im Leben. Die sind halt da und man muss lernen, damit umzugehen. Aber man muss keine Auflösung dafür finden. Nein. Stehenlassen und akzeptieren. Oder so, verdammt nochmal.

Kommentare:

  1. Du bist nicht allein in diesem <3

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  2. Du bist nicht was du denkst oder willst, du bist was du machst. Mich beruhigt immer der Gedanke, dass alles Wissen, Denken und die Logik selbst nichts sind als menschliche Konstrukte.
    Wir glauben nichts über das Leben zu wissen und vergessen, dass wir nicht mal über das Wissen selbst eine Ahnung haben...

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  3. Wenn du merkst, dass du die Gefühle rauslassen musst, dir aber gleichzeitig Sorgen machst, andere damit zu stören oder zu verletzen, kannst du sie allein für dich notieren und gleichzeitig auch wirklich fühlen.
    Das Gute an dem Prozess ist, dass dir dein Körper, so unangenehm die Emotionen sind, nie mehr zumutet, als du ertragen kannst. Und auch wenn man sich danach nicht unbedingt taufrisch und sehr wahrscheinlich nicht "fröhlich" fühlt, ist es definitiv eine Entlastung und bringt Entspannung mit sich.

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Wir alle dürfen reden, ohne das es irgendwen interessieren muss und ja, du hier auch.